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Was Sie als Anwender oder Neukunde vom GO ON - Heimmanager wissen müssen!

Pflegestärkungsgesetzt / PSG II ab dem Jahr 2017

Im Jahr 2017 hat sich einiges geändert. Die Softwarelösungen von GODO Systems GmbH für die Abrechnung waren frühzeitig darauf vorbereitet, sodass eine problemlose Umstellung auf die Änderungen durchgeführt werden konnte.

Wesentlich ist, dass die Pflegestufen in sogenannte Pflegegrade umgewandelt wurden. Damit sollen Menschen mit Demenz (Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz) besser gestellt werden. Es gibt einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, der geistige Erkrankungen mehr in den Vordergrund rückt. Neu ist auch, dass psychische und physische Faktoren der Pflegebedürftigkeit gleichgesetzt werden. Bisher wurden hauptsächlich die körperlichen Einschränkungen betrachtet und in Folge dessen die verschiedenen Zeitbedarfe ermittelt wurden, wenn es um die Ermittlung der Pflegestufe ging.

Die neue Einschätzung der Pflegegrade erfolgt über ein Begutachtungsassessment (NBA). Das hört sich komplizierter an, als es ist, denn hinter dem NBA steckt nichts anders, als ein neues System der Begutachtung. Es wird weiterhin geprüft, inwiefern die Pflegebedürftigen in der Lage sind, ihren Alltag selbst zu gestalten. Bisher wurde primär der körperlichen Einschränkung Aufmerksamkeit geschenkt. Dies hat sich  geändert, denn auch die Geistige Verfassung wird nun in die Bewertung miteinbezogen. Generell ist die Selbstständigkeit das neue Kriterium bei der Einstufung in die Pflegegrade.

Bisher standen die einzelnen Zeit- und Minutenbedarfe im Fokus der Gutachter. Auf die bisherige Zeitmessung wird nun verzichtet, stattdessen treten neue Messmethoden an diese Stelle. Die Pflegebedürftigen werden ganzheitlich im Bezug auf ihre Selbstständigkeit bewertet, so dass die minutengenaue Messung im neuen NBA nun gar keine Rolle mehr spielen wird.

Die Pflegegrade werden mit Hilfe einer Punktevergabe ermittelt. Auf einer Skala von 0 bis 100 wird dann eine Einteilung in eine der fünf Pflegegrade vorgenommen. Dies gilt natürlich nur für die neuen Fälle von Pflegebedürftigen. 

Das NBA baut sich nach folgenden 6 Bereichen auf. Für jeden Pflegegrad gibt es in diesen sechs Bereichen Richtwerte, an denen sich die Begutachter bei der Bewertung des Pflegegrades ausrichten können.

Natürlich gibt es weiterhin bestimmte Voraussetzungen, die für die einzelnen Pflegegrade erfüllt sein müssen. Doch diese richten sich generell an der Selbstständigkeit der Betroffenen aus und nicht mehr nur nach dem Zeitaufwand für die Pflegemaßnahmen.

Anbei ein Überblick, welche Voraussetzungen für welche Pflegegrade erfüllt werden müssen.

Pflegegrade

Zur Ermittlung eines Pflegegrades werden die bei der Begutachtung festgestellten Einzelpunkte in jedem Modul addiert und - unterschiedlich gewichtet - in Form einer Gesamtpunktzahl abgebildet. Diese Gesamtpunkte ergeben die Zuordnung zum maßgeblichen Pflegegrad.

Der Pflegegrad wird mit Hilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments ermittelt.

    Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte) Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte) Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte) Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit (ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte) Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung (ab 90 bis 100 Gesamtpunkte)

    Die Umwandlung erfolgt für Versicherte

      bei denen das Vorliegen einer Pflegestufe in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung oder einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung festgestellt worden ist, und bei denen spätestens am 31. Dezember 2016 alle Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine regelmäßig wiederkehrende Leistung der Pflegeversicherung vorliegen,

      werden ohne erneute Antragstellung und ohne erneute Begutachtung mit Wirkung zum 1. Januar 2017 einem Pflegegrad zugeordnet.

      Dabei gelten die folgenden Zuordnungsregelungen: 

      A) Pflegestufe ohne eingeschränkte Alltagskompetenz:


      a) von Pflegestufe I in den Pflegegrad 2,

      b) von Pflegestufe II in den Pflegegrad 3,

      c) von Pflegestufe III in den Pflegegrad 4

      d) von Pflegestufe III, soweit die Voraussetzungen für einen Härtefall vorliegen in den Pflegegrad 5

       

      B) Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz:

        1. ohne gleichzeitige Pflegestufe = Pflegegrad 2,

        2. bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe I = Pflegegrad 3,

        3. bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe II = Pflegegrad 4,

        4. bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe III ohne oder mit Härtefall = Pflegegrad 5

        In der vollstationären Pflege gelten folgende Beträge:

        Pflegegrad 2 = 770 EUR - PS 1 = 1.064 Euro monatlich
        Pflegegrad 3 = 1.262 EUR - PS 1 = 1.064 Euro monatlich / PS 2 = 1.330 Euro monatlich
        Pflegegrad 4 = 1.775 EUR- PS 2 = 1.330 Euro monatlich / PS 3 = 1.612 Euro monatlich
        Pflegegrad 5 = 2.005 EUR-  PS 3 = 1.612 Euro monatlich

        Wählen Pflegebedürftige des Pflegegrades 1 vollstationäre Pflege, erhalten sie einen Zuschuss in Höhe von 125 Euro monatlich.

        Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen:

        Beiträge zur Rentenversicherung werden gezahlt, wenn ein Pflegegrad 2-5 vorliegt und die Pflegeperson regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist. Der MDK soll im Rahmen der Begutachtung feststellen, ob die Pflegeperson eine oder mehrere pflegebedürftige Personen wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegt. Dabei werden die Angaben der beteiligten Pflegepersonen zugrunde gelegt.

        Pflegen Personen am 31. Dezember 2016 regelmäßig mindestens 10 Stunden in der Woche verteilt auf mindestens zwei Tagen nicht erwerbsmäßig einen Versicherten ohne Pflegestufe, jedoch mit eingeschränkter Alltagskompetenz (sogenannte Pflegestufe 0), sind sie ab dem 1. Januar 2017 nach neuem Recht für diese Pflegetätigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig, sofern die übrigen Voraussetzungen erfüllt sind.

        Durch die

        • Absenkung der erforderlichen wöchentlichen Mindestpflege von 14 Stunden auf künftig 10 Stunden,
        • sowie durch die Einbeziehung der bisherigen Pflegebedürftigen der Pflegestufe 0 (künftig übergeleitet in den Pflegegrad 2)

        ist künftig von einer nicht unerheblichen Ausweitung der sozial abgesicherten Pflegepersonen auszugehen.

        Arbeitslosenversicherung der Pflegeperson:

        Neu ist, dass Pflegepersonen ab 2017 nach den Vorschriften des SGB III in der Arbeitslosenversicherung versichert werden. Hierbei ist nach § 26 SGB III grundsätzlich erforderlich, dass unmittelber vor der Pflegetätigkeit eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestanden haben muss oder eine Leistung nach dem SGB III (z.B. Arbeitslosengeld) bezogen wurde. Diese Regelung greift nur, sofern nicht ohnehin schon eine Absicherung in der Arbeitslosenversicherung - z.B. aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung etc. - besteht.

        Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden aus 50 % der monatlichen Bezugsgröße berechnet. Dies entsprach im Jahre 2016 1.452,50 EUR und damit einem monatlichen Beitrag von ca. 43,58 EUR. Im Jahre 2017 fiel dieser Beitrag durch die bis dahin noch anstehenden Anpassungen tatsächlich noch etwas höher aus. Für Pflegepersonen besteht damit die Möglichkeit, nach dem Ende der Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld zu beantragen und Leistungen der Arbeitsförderung zu beanspruchen.

        Die Umwandlung erfolgte in unseren vorhandenen GO ON – Abrechnungsprogrammen automatisch nach den o.g. Regelungen. Neukunden arbeiten direkt nach diesen Regelungen.

        Wir haben unsere Kunden frühzeitig über die erforderlichen Anpassungen informiert.

        Für weitere Fragen rufen Sie uns gerne an unter 02131 298470 oder schreiben uns eine Mail an info@godo-systems.de.